Plastikfrei leben, Einweg und Pfand, DIY Kosmetik Bio, Alternative zu Wattepads und Taschentüchern

5# Wegwerfgesellschaft

Wir produzieren Müll – viel Müll! Wenn wir etwas kaufen, kaufen wir meistens auch Müll. Meist 10 – 45% am Gesamtvolumen. Manchmal sind es auch 100%. Und weil es uncool ist, Müll zu verkaufen, denn geiz ist geil, nennen wir das dann Einweg. Und recycelbar. Die Deutschen sind Europameister im Müll-Produzieren. Gott sei Dank sind wir auch Recycling-Weltmeister. Irgendwie stolpere ich immer wieder über den Gedanken, hinter Made in Germany verbirgt sich heute meist die Ingenieurskunst der Verpackungsindustrie. Die boomt und das schafft Arbeitsplätze und Wohlstand für einige. Unterm Strich liegt jedoch der ganze Müll.


Wozu der ganze Terz? Mit dem Handel kam die Verpackung. Befeuert vom Internet und der Globalisierung entwickelt sich eine ganze Branche. Längst haben wir uns an das Auspacken gewöhnt – ja ist denn heut schon Weihnachten – und beäugen misstrauisch Unverpacktes. Da könnte ja wer mit Schnupfen intensiv dran gerochen haben.


Wir kreieren auch der Umwelt zuliebe immer neue Verpackungsmethoden. Und steigern unsere Recyclingquote. Doch was in der Statistik fehlt, ist der Blick auf den Weg. Und das bedeutet in diesem Falle Einweg und Mehrweg. Einweg, auch wenn es recycelbar ist, verbraucht immer mehr Ressourcen als Mehrweg. Pfand, der nach der Rückgabe erst wieder recycelt werden muss, ist im Grunde Einweg. Man erkennt ihn an seinem hohen Wert in €. Und auch der Mehrweg ist stets ein bisschen Einweg, siehe Etikett. Verstanden?


Fakt ist: Der Weg muss weg! Statt Weg-Werfgesellschaft Mehrfachnutzen. Und Verzicht ist immer besser.


Im allgemeinen Slogan ist aber Nichtstun Mist und Recyceln Gold. Eine Pflanze dürfte auf Mist besser wachsen, als auf Gold. Lieber misste ich im Mist, statt auf einem Weg gepflastert mit Gold zu hungern! Und überhaupt, warum ist denn der Weg das Ziel? Streichen wir den Weg, sind wir schon im Ziel! Warum warten? Der Weg muss weg!

23/05/2017