Plastikfrei in 100 Tagen,Cradle to Cradle,Organic Biodegradable Zerowaste vegan, Design for Humanity Sandra Ritter, Zerowaste Minimalismus Only Water No Poo Tipps Erfahrungen ohne Shampoo Haare waschen Fett Shampoonieren Sparen Traveller unterwegs
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168# No Poo

 

Only Water oder No Poo, wie die Szene sagt, ist in. Doch fällt schwerer als man denkt.

Nach 6 Wochen ohne Haarwäsche überschreitet der Körper  die magische Grenze, an dem die Fettproduktion nachlässt und die Haare anfangen einen ungeahnten Glanz zu bekommen. Bis dahin, heißt es leiden.

Wohl dem, der schon länger auf Silikone im Shampoo und die Tenside aus der Plastikflasche verzichtet. Ich wusch mir meine Haare mit Schafmilchseife, bis ich Veganer wurde. Und entdeckte schließlich die Lavaerde von Logona. Diese Schlammdusche war eine Wohltat für meine Haare, die nun ganz natürlich gereinigt wurden mit der mineralischen Wascherde ganz ohne Tenside aus Marokko. Die Lavaerde entzieht den Haaren wie ein Löschpapier überschüssiges Fett und Schmutz, was dann als Schaum auf der Wasseroberfläche schwimmt. Die komplette Entfettung wie bei synthetischen Tensiden bleibt allerdings aus. Die Lavaerde gab mir wohldefinierte Locken zurück, die mit frischem Orangensaft gespült an Spannung, Glanz und Sprungkraft gewannen.

Zum Vergleich, meine Haare nach dem Friseur-Besuch mit ganz wenig Shampoo. Und meine Haare mit No Poo. 

 

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Und so gehe ich in den Folgemonaten wieder pö a pö zur Lavaerde über.


Eins ist mir nur geblieben: Wenn ich verreise, wasche ich mir vorher die Haare. Und hab dann etwa 2 Wochen Ruhe. Fertig. Ein Kamm für unterwegs, und ein Handtuch überm Kopfkissen. Das ist das Styling über Nacht.

 
14/06/2018

 
Doch den Logona Karton ziert ein Plastik-Klebeband und die Tüte schließt ein Plastik-Draht. Und so beschließe ich das Only Water  Duschen auf die Haare auszudehnen. Alles seifenfrei, das wär’s. 

Gesagt getan überstehe ich die 6 Wochen und folge der Empfehlung des täglichen Haarewaschens nur mit Wasser. Anfangs noch heiß, dusche ich irgendwann warm, denn das soll die Fettproduktion nicht weiter befeuern. Und massiere etwa 10 Minuten mit Druck Haar und Kopfhaut, bis das Fett abfließt. Der Hauptfokus beim Duschen  verlagert sich auf die Haare und das effektive Fingerspitzengefühl. Komischerweise bildet sich ein leichter Schaum auf der Wasseroberfläche, der wohl von meinen Haaren herrührt. Nach 4 Wochen etwa habe ich einen Fettfilm im Nacken und beginne dieses Projekt zu hassen. Die Empfehlung ist mit 100 Bürstenstrichen täglich den Talg in den Längen zu verteilen. Eine plastikfreie Bürste habe ich jedoch nicht. Und mein Holzkamm hilft nur minder. Ich versuche mit einem Humanity Waschlappen aus Waffelpique das Fett abziehen – immerhin glänzt der Waffelpique doch mit seinem Massageeffekt. Erfolglos! Ich spüle bald nur alle zwei Tage die Haare und kopfüber separat kalt. Denn dann kleben sie nicht so an den Händen.

 

 

Irgendwann sind die 6 Wochen um und ich bin begeistert. Meine Haare glänzen, die Locken sind definiert und ich muss jetzt weniger kämmen und für gemachte Haare lediglich Duschen. Meine Kopfhaut legt nun deutlich weniger Fett nach.  Ich habe kein Spliss mehr. Und das alte Fett verschwindet. Ob der Kleister im Kopfkissen gelandet ist, weiß ich nicht genau. Das Abwasser ist sauber. Bei mir landet allerdings eine deutlich erhöhte Wasserrechnung. 14 Euro mehr pro Monat. Ein bisschen wie ein Schaf fühl ich mich aber schon. Und finde, dass ich auch manchmal so rieche.

Nach 9 Wochen etwa ist es dann plötzlich vorbei. Ich komme nicht mehr durch mein Unterhaar. Und ich tue, was keine Frau mit langen Haaren tun sollte. Ich wasche meine Haare mit Natron, und die ganze Ladung kommt auf einmal herunter. Ekelhaft. Diesmal viel und ziemlich gelber Schaum. Ich weiß nun wie man Seife macht. Und finde es noch ekliger. Nach der Prozedur habe ich wieder Haare. Die aber nun bereits ab der Mitte brechen. Natron macht die Haare kaputt, auch wenn einige Männer mit Kurzhaarfrisur darauf schwören. Ich hätte es ja wissen müssen: Wolle ist säureliebend und alkaliempfindlich. Und nicht anders verhält es sich mit unseren Haaren. Stumpf, mit aufgestellter Schuppenstruktur, brüchig und einem unfassbaren Spliss bereue ich, jemals einem Trend gefolgt zu sein.